
Wie kann das Förderprojekt „Historische Ruhl“ und das Vorhaben des Lux Festspielvereines unterstützt werden, welche Beitrag können solche Projekte zum touristischen Marketing der ganzen Region beitragen? Zu einem Gedankenaustausch hierzu trafen sich in der Gaststätte zum Landgrafen in Ruhla am Freitag Vertreter der Stadt, von Vereinen und Mitglieder der Regionalen Arbeitsgruppe (RAG) Leader. Während eines Rundganges durch das Zentrum der Stadt konnte von Bürgermeister Mario Henning und Stadtplaner Dr. Uwe Wilke einige bereits realisierten Projekte, wie die Stadtausstellung, vorstellen. Beim Rundgang wurde natürlich auf das eingegangen, was in der Stadtentwicklung noch geschehen soll und wofür Fördergelder notwendig sind. Das beginnt gleich am Anfang der Köhlergasse mit dem Haus Marienstraße 1, in das nun Dank der Initiative des Gewerbevereines wieder Leben einziehen soll. „Leider konnte für das grundhaft sanierte Haus kein Käufer gefunden werden“, erläuterte Bürgermeister Henning. „Daher sind wir froh, mit den Gewerbetreibenden einen aktiven Ruhlaer Verein gefunden zu haben, der sich des denkmalgeschützten Hauses annimmt.“ Beim Gang durch die Köhlergasse konnte Henning auf die fast fertig sanierte Trinitatiskirche verweisen. Noch im „Dornröschenschlaf“ ist allerdings das Geburtshaus von Friedrich Lux. „Kaum jemand weiß, dass Franz Liszt oft zu Besuch in diesem Haus war“, erläuterte Stadtplaner Daniel Preußker, einer der Mitinitiatoren des Lux Festspielvereins. Das Haus habe das Potential, ein Festspielbüro und eine ständige Lux-Ausstellung zu beherbergen. Auch hierfür wurden nun Fördergelder bei der RAG beantragt. Ein nächster Halt war an der alten Apotheke in der Köhlergasse. Das Haus ist in einem äußerlich recht desolaten Zustand, allerdings gebe es seitens des Eigentümers Bereitschaft zu sanieren. Mit Fördergeldern könnte dies gestützt werden, um ein Stück der „Historischen Ruhl“ erhalten zu können. „Ein fehlendes Haus im Bild der ältesten Gasse kann ein unwiederbringlicher Verlust sein“, meinte Stadtplaner Wilke und verwies auf einige Baulücken in der Köhlergasse. Über einstige EBR-Gelände In der Ecke, heute ein kleines Stück grüne innerstädtische Idylle, ging es weiter über den neuen Markt zurück zum „Landgrafen“. Hier brachte Kaschtin, der Schmied von Ruhla und das lebendige Wappen der Stadt, den Gästen die Sage vom Schmied nahe. Auf die Schwerpunkte und mögliche Entwicklung der Stadt verwies Dr. Wilke in seinem anschließenden Referat. Ruhla habe schon einige Brüche in der Geschichte erlebt und gemeistert. In den vergangenen Jahren wurde bereits mit der Beseitigung von vielen Industriebrachen und der Aufwertung des Stadtbildes eine Menge geleistet. Nun gelte es, einen weiteren Identitätsverlust zu stoppen bzw. der einstigen Industriestadt eine neue Identität zu geben. Mit der Grundidee der „Historischen Ruhl“ kann das Vorhaben der Lux Festspiele einhergehen und verbunden werden und der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Kleinstädten schaffen. Mit dem vielfältigen und lebendigen Vereinsleben und dem zukunftsoffenen und experimentierfreudigen „Bergvölkchen“ könnte so der Stadt eine Seele eingehaucht werden. Daniel Preußker stellte in kurzen Worten die drei Projekte vor, für die Fördermittel beim Leader-Programm beantragt wurden: Marienstraße 1, Lux-Geburtshaus und die alte Apotheke. Mit den Lux Festspielen, einem Projekt, das nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Region Verbindungen schafft, könne man eine überregionale Ausstrahlung der Bergstadt erreichen und eine Kulturmarke in der Region werden.
siro